Nach dem 1.Weltkrieg errichtete die Landesregierung im Herbst 1919 einen Jugendhort für Knaben und Mädchen in OBERNDORF. Der jüngste Lehrer der Gemeinde, Hermann Rasp, wurde zum Leiter des Hortes bestellt. Seine Aufgabe war es, die Jugend nach der Schule noch 2 Stunden nützlich zu beschäftigen. 1923 waren die Mittel zur Erhaltung des Hortes erschöpft. Da auch seitens der damaligen Marktgemeinde kein Interesse an der Weiterführung bestand, wurde diese Einrichtung geschlossen. Hermann Rasp glaubte jedoch an die Sinnhaftigkeit einer derartigen Institution und gründete in Anlehnung an die Ziele und Wertvorgaben der jungen, internationalen Pfadfinderbewegung, eine Pfadfindergruppe in OBERNDORF. Im Jänner 1924 begann er mit der Arbeit. Als Heim genügte vorerst ein Klassenzimmer in der Volksschule. Am 2.März 1924 kam der Gründer des Österreichischen Pfadfinderbundes, “Papa” Teuber, selbst nach OBERNDORF und 10 Buben konnten in seine Hand das erste Pfadfinderversprechen ablegen. Noch im selben Jahr wurde eine alte Steinbruchhütte samt Grundstück an der Salzach erstanden. Nach Renovierung und Einrichtung der Hütte konnte im August die Einweihung des ersten Oberndorfer Pfadfinderheimes unter Beteiligung der Pfadfinder, samt Eltern, vorgenommen werden. Das erste Zeltlager absolvierte die Gruppe beim Mondsee. Im Jahr 1931 nahm die Gruppe am Bundeslager in Baden bei Wien teil, wobei sie erstmals Lord Baden Powell, den Weltführer und Gründer der Pfadfinderbewegung kennen lernte.In den folgenden Jahren der großen Arbeitslosigkeit bewährte sich die Gruppe als Nothelfer. Durch Sammelaktionen, wie z.B. dem alten Schöffleutbrauch des “Glöcklsingens”, wurden Geld und Lebensmittel für die von der Gemeinde organisierte Schulkinderausspeisung beigesteuert. Bis zu 120 Kinder erhielten damals mittags ein warmes Essen. 1933 radelten vier Pfadfinder durch Österreich bis nach Budapest, wo ein großes Welttreffen mit 25.000 Pfadfindern stattfand. Anlässlich des 10-jährigen Bestandsjubiläums wird “Papa” Teuber, in Anerkennung der Leistungen der Oberndorfer Gruppe, die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde OBERNDORF verliehen.Am 17. März 1938 vereint ein großes Lagerfeuer vor dem Heim alte und junge Pfadfinder anscheinend zum letzten Mal ! Der Heimschlüssel muss den “Nachfolgern”, der Hitler-Jugend, übergeben werden, denn die Pfadfinderbewegung wurde wie alle anderen nicht national-sozialistischen Jugendorganisationen verboten. Die neuen Machthaber interessieren sich jedoch nicht für die Erhaltung des Heimes und so verfällt es zusehends. Viele der ehemaligen Pfadfinder müssen an den verschiedensten Fronten für die Heimat einstehen. An den wenigen Urlaubstagen in der Heimat treffen sie sich beim Lagerfeuerplatz. 37 lassen ihr Leben am Schlachtfeld. Ihrem Wunsch gemäß wird der Lagerfeuerplatz zum “Heldenhain” umgewidmet.Nach Kriegsende, am 30.Mai 1945, beschließen die heimgekehrten Altpfadfinder, anlässlich einer Messe in der Schifferkapelle, das verfallene Heim wieder aufzubauen. Unter Obmann Dr. Hans Heger und unter der Gruppenführung von Hermann Rasp kann nach 2 Jahren, am 7.Dezember 1947, das neue Heim, hergestellt aus übrigen Barackenteilen, eingeweiht werden. Das erste Lager nach dem Krieg führt 1948 mit einem vom Weltkirchenrat beigestellten LKW ins Felbertal.

1951, beim großen Jamboree (Welttreffen) der Pfadfinder in Bad Ischl, ist die Gruppe mit dabei und trifft erstmals mit Pfadfindern anderer Nationen zusammen.

Im September 1964 feiert die Gruppe ihr 40.Gründungsfest mit einem Zeltlager vor der Hauptschule. Alle Gruppen des Landes Salzburg und Abordnungen aus Laufen, Freilassing und Traunstein sind vertreten. 200 Pfadfinder können am Festabend begrüßt werden. Dem Gruppenführer Hermann Rasp wird aus der Hand des Landesfeldmeisters Watzenböck die höchste Auszeichnung der Pfadfinder Österreichs, der “Silberne Steinbock”, überreicht. Anlässlich der 150-jährigen Bestandsfeier der (damaligen) Marktgemeinde OBERNDORF wird Hermann Rasp die “Goldene Ehrennadel” verliehen. 1969 fasst die Gruppe den Entschluss, das Heim nach den Plänen von Baumeister Ing. Pöschl auszubauen. Bis 1974 hat sich das Raumangebot verdoppelt und der alte Baubestand wurde erneuert. Ab diesem Jahr beginnt Hermann Rasp zu kränkeln und kann sich der Gruppenarbeit nur mehr eingeschränkt widmen. Als Hermann Rasp, nach fünfzigjähriger Tätigkeit für die Pfadfinder Oberndorf, im Jahre 1974 seine Funktion als Gruppenfeldmeister (heute Gruppenleiter) zurücklegte, musste er das Fehlen eines entsprechend vorbereiteten Nachfolgers schmerzhaft miterleben. Wie viele andere Führungspersönlichkeiten seiner Generation, hatte er alle Aktivitäts- und Leitungsfunktionen in seine Kompetenz gelegt und kaum delegiert.

 

     Hermann Rasp

rasp_hermannDie nächsten 10 Jahre von 1974 bis 1984 übernahm abwechselnd Hugo Prassnigger und Hans Binder die Gruppenführung. Am 13. September 1984 starb der Vereinsgründer nach einem aufopferungsvollen Leben im 88. Lebensjahr. Neuer Gruppenführer wurde ab 27.11.1984 Richard Pfeifenberger. Als sein Stellvertreter wurde Jürgen Prem bestellt. Dieses Duo brachte eine gewisse Kontinuität und Richtung in die Führung und Ausbildung der Jugendlichen. Mit dem Fehlen von Hermann Rasp formte die Gruppe nun zwangsläufig ihren eigenen neuen Stil. Dieser wurde sehr stark von der Familie Prem beeinflusst. Vater Bernd übernahm verschiedene Funktionen in der Vereinsleitung (Aufsichtsrat), Sohn Jürgen und Tochter Erika waren mit der Ausbildung der Pfadfinder (Alter 10 – 16 Jahre) und Wichtel/Wölflinge (Alter 7 – 10 Jahre) betraut.

 

Am 20.10.1988 übernahm Manfred Niederreiter, ein Freund und pfadfinderischer Weggefährte von Bernd Prem, die Obmannschaft des Vereins. Seiner Initiative ist die Vorbereitung und endgültige Realisierung der Erweiterung des Papa-Teuber-Heimes zuzuschreiben. Die alten Barackenteile wurden bis auf das Grundgerüst erneuert und ein erster Stock mit insgesamt drei Patrullenräumen und einem neuen Dach aufgesetzt.
In dasselbe Jahr des Heimum- und -erweiterungsbaues fiel auch der Landes-Georgs-Wettbewerb anlässlich des siebzigjährigen Bestehens der Gruppe Oberndorf und damit der Pfadfinder und Pfadfinderinnen des Landes Salzburg. An die 1000 PfadfinderInnen bevölkerten die Wiese beim Schulzentrum und eine Veranstaltung in der Aula der Hauptschule, unter Anwesenheit von Bundes- und Landesfeldmeister, demonstrierte die Bedeutung der Pfadfindergruppe Oberndorf und ihres Gründers Hermann Rasp für das Land Salzburg.

Aus familiären Gründen legten die Mitglieder der Familie Prem in der zweiten Hälfte des Jahres 1994 alle Funktionen in der Gruppe zurück. Dies war sehr einschneidend, da der Ausfall ihrer Jahrzente langen Erfahrung und Arbeitsleistung eine schier untragbare Belastung für den nun fast alleinstehenden Gruppenführer Richard Pfeifenberger bedeutete. Als Retter in der Not bot sich, wie schon so oft in OBERNDORF, eine neu zugezogene Persönlichkeit an. Mit Mag. Bernard Stockinger, einem AHS-Lehrer des Borromäums Salzburg und mit dem höchsten Ausbildungsgrad der Pfadfinderbewegung ausgestatteten Familienvater von drei Kindern, war ein idealer Stufenführer für die Guides/Späher (Alter 10 – 13 Jahre) gefunden worden.

Als im Jahre 1995 der mit gesundheitlichen Problemen kämpfende Manfred Niederreiter durch den gestandenen Oberndorfer Pfadfinder Hans Hinterholzer abgelöst wurde, verstärkte sich ein neuer Führungsstil in Vereinsleitung und Gruppenführung.

Mit dem Eigentümer eines modernen Handelsbetriebes, Hans Hinterholzer, und dem im Vereinsjahr 96/97 neu gewählten Gruppenführer und Pädagogen, Bernard Stockinger, hielten modernes Management und Teamarbeit Einzug in die Gruppe, die zu diesem Zeitpunkt aus mehr als 50 aktiven Jugendlichen, aufgeteilt in die Stufen Wichtel/Wölflinge (Alter 7 – 10 Jahre), Guides/Späher (Alter 10 – 13 Jahre) und Caravelles/Explorer (13 – 16 Jahre), bestand. Die Schaffung der vierten Stufe, der Ranger und Rover (16 – 20 Jahre), war noch ausständig und in Vorbereitung. Aktion und Motivation waren gefragt und innerhalb von zwei Jahren interessierten sich wieder mehr Altpfadfinder für Aufgaben innerhalb der Vereinsleitung und der Gruppenführung.

In den nun folgenden Jahren setzte sich der Aufschwung weiter fort, sodass sich die Gruppe Oberndorf bei der 75-Jahr-Feier im September 1999, also nach nur vier Jahren, folgendermaßen präsentieren konnte: 107 aktive Jugendliche, die in den nun vollständig vorhandenen vier Stufen betreut werden. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass gerade die beiden Stufen, die in fast allen Gruppen traditionell mit einem Mitgliederschwund zu kämpfen haben, nämlich die CaEx und RaRo, in OBERNDORF zu den stärksten des ganzen Landesverbandes SALZBURG gehören. Ein großes Problem beschäftigt aber den Aufsichtsrat und die Gruppenführung auch in OBERNDORF: der akute Führermangel. Der verdoppelten Kinderzahl steht praktisch eine zahlenmäßig gleichgebliebene Führungscrew gegenüber, sodass immer wieder ein Aufnahmestopp ausgesprochen werden muss. Im Jänner 2000 kam es zu einer Anpassung der Statuten, angelehnt an die neue Verbandsordnung der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs und zu einer Neuwahl des Aufsichtrates, wobei besonders Grabmayr Anton zu erwähnen ist, der Aufsichtsratsobmann Hinterholzer Hans in dessen Funktion nachfolgt. Letzterer konnte aus Berufsgründen für den ARO nicht mehr kandidieren, bleibt der Gruppe aber als ARO-Stellvertreter erhalten.

Das Hauptziel des Jahres 2000 war die Absicherung der Erfolge und des Aufschwunges der letzten Jahre bezüglich der Mitgliederzahl und des Erhaltes der vier Stufen. Eine gewisse Konsolidierung und Beruhi­gung nach den 75-Jahr-Feierlichkeiten von 1999 und die Weichenstellungen zur Vergrößerung der Stufen-Führungsteams stellten die Hauptaufgaben zur Erreichung dieses Zieles dar. Bemerkenswert ist einerseits, dass seit dem Herbst 2000 alle Stufenheimabende am Samstag angesetzt sind und andererseits, dass es gelungen ist, immer öfter junge Erwachsene, die in der Gruppe „groß“ geworden waren, für die Führungsaufgaben zu gewinnen. Auch die Tatsache, dass der Anteil weiblicher Führungskräfte in allen Stufen anstieg, war von Vorteil. Der Ruf, den die Gruppe OBERNDORF genoss, wurde auch dadurch bestätigt, dass am 24. September 2000 an Gruppenführer Bernard Stockinger als offiziellem Vertreter der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Salzburgs vom Landeshauptmann von Salzburg, Dr. Franz Schausberger, das Abzeichen „Ehrenamt“ für Tätigkeit im Bereich des „sozial- und jugendpädagogischen Ehrenamtes“ verliehen wurde.

2001 hatte auch für die Oberndorfer PfadfinderInnen und den neu gewählten ARO Hans Weiner mit AROStv. Gerda Baumgartner einen besonderen Höhepunkt zu bieten: das Bundeslager – b.open der PPÖ in ST.GILGEN vom 16.- 26.7.2001 mit ca. sechstausend TeilnehmerInnen. Über die gesamte Lagerzeit verteilt waren Mitglieder des AR als Unterstützung der Führungsteams miteingebunden. Es gelang ein beeindruckender Erfolg: das von den PFO gestellte Teilnehmerkontingent (65 Personen, zusammenge­setzt aus GuSp, CaEx und RaRo) war das zweitstärkste im gesamten Lager. Darüber hinaus präsentierte sich die Gruppe in OBERNDORF anlässlich der Feierlichkeiten zur Stadterhebung durch ein Schaulager im südlichen Stadtpark mit Lagerbauten, Info-Zelt + Dia-Show und einem umfangreichen Kinderprogramm. Angeführt von einer der etlichen Musikkapellen zogen an die 100 PfadfinderInnen, vom Wichtel bis zum Rover, beim Festzug mit und gaben für die Öffentlichkeit ein prächtiges Bild ab.

Der erfreuliche Trend, dass die Zahl der jungen FührerInnen stetig stieg, hielt an und so konnte wieder aktiv um Mitglieder geworben werden. Dabei ist die Teilnahme an der Aktion „Vereine stellen sich vor“ vom 2.4. – 20.4.2002 zu erwähnen. Die PFO gestalteten insgesamt 5 Schaufenster (4 Stufen + Aufsichtsrat und Gruppenführung) im Kaufhaus Hinterholzer, um den Verein in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Aktion war ein voller Erfolg, was sowohl Rückmeldungen aus der Bevölkerung, als auch die Tatsache belegten, dass die Pfadfinderdekorationen mit dem 1. Preis prämiert wurden. Um der neuen Situation gerecht zu werden – OBERNDORF war inzwischen zur viertgrößten Gruppe des Landesverbandes Salzburg herangewachsen– wurde 2002 der Lagerfeuerplatz zu einer großen Naturarena erweitert. Außerdem gelang ein sanfter und gelungener Generationswechsel innerhalb des Gruppenrates und auch GF Stockinger konnte sich ab Herbst 2002 aus der Doppelbelastung von Gruppen- und GuSp-Stufenführung zurückziehen, um sich ganz der immer aufwendigeren GF-Arbeit zu widmen. Wichtig für die weitere Gruppenentwicklung wurde der erfreuliche Umstand, dass es ab dem Beginn des Arbeitsjahres 2002/03 mit Frau Mag. Veronika Stockinger, einer AHS-Lehrerin im Privatgymnasium der Herz-Jesu-Missionare in Salzburg und Mutter von drei Kindern, zum ersten Mal bei den PFO eine Gruppenführerin gibt. Seit ihrem 8. Lebensjahr Pfadfinderin, hat sie sowohl als Kind und Jugendliche, als auch als Führerin alle Stufen der PPÖ durchlaufen und ihre Führerinnenausbildung mit dem Woodbadge für CaEx erfolgreich abgeschlossen. Somit war auch die Gruppenführung, wie schon die Vereinsleitung, koedukativ besetzt. Stadtpfarrer Mag. Nikolaus Erber konnte als Gruppenkurat gewonnen werden und es gelang ihm schon bald, eine ausgezeichnete Verbindung zu den Gruppenmitgliedern aufzubauen.

Ab 2003 liefen unter der neuen ARO Gerda Baumgartner, der ersten Obfrau der Vereinsgeschichte, und AROStv. Wolfgang Mittasch die Maßnahmen und Planungen (Festausschuss) für die 80-Jahr-Feier, geplant als Gruppenlager vom 23.-26.9.2004, an. Die Pfadfinder wurden immer mehr zu einem nicht mehr wegzudenkenden Fixpunkt im Geschehen der Stadt OBERNDORF, sei es bei der zur Tradition gewordenen Gestaltung des Festgottesdienstes zu St. Georg, sei es bei einem Staffellauf am 9./10.5. für Kirchensanierung (Ergebnis: € 5.000,-), sei es als Organisator eines Schaulagers beim Bauernherbstfest der Raika-Oberndorf am 26.9., oder bei der Abholung des Friedenslichtes vom ORF-Landesstudio Salzburg und der Verteilung auf dem Kirchplatz vor und nach der Kindermette am 24.12., um nur einige Beispiele zu nennen. Wichtig für das Zusammenwachsen von AR und GR wurden die gemeinsamen Wochenenden, wie z.B. am 13./14.9.2003 in Bundschuh. Neben lustigen Programmpunkten und dem ausgezeichneten Abendessen beeindruckte vor allem die von Kurat Klaus zelebrierte Messe in einer Stadelkirche. Im Herbst 2003 wurde eine neue Stufe für alle Mitglieder über 21 Jahre, die AltRaRo, gegründet, die zwar aus dem Ausbildungskonzept der PPÖ heraus fällt, die aber für die Gruppe als Reservoir für Führungskräfte und als Helfer bei Großprojekten von großer Bedeutung ist.

Das Jahr 2004 war von einem solchen Großprojekt geprägt, nämlich vom Gruppenlager am Lipplgut/Pfaffing/OÖ anlässlich der 80-Jahr-Feier der PFO vom 23.- 26.9. Trotz widrigster Wetterverhältnisse gelang im Zusammenspiel aller Kräfte eine beeindruckende Veranstaltung, bei der viele nationale und internationale Gäste begrüßt werden konnten, die ihre Verbundenheit zur ältesten, noch existierenden Pfadfindergruppe Salzburgs dokumentierten. Die eigens zu diesem Anlass von AR-Mitglied Andrea Holzer produzierte Jubiläums-CD überzeugte in Inhalt und Design durch ihre Professionalität. Die Vielfältigkeit der Aktivitäten der OBERNDORFER PfadfinderInnen zeigt der Umstand, dass sie am 15./16.5. mit vier Staffeln am Wien-Marathon teilnahmen. Die Anmietung des Objektes „Haggenstraße 1“ als zweites Heim und Materiallager trug dem gestiegenen Raumbedarf optimal Rechnung und war die Voraussetzung für die strukturelle Schaffung der Biber, einer neuen Stufe für die 5-7-Jährigen und die personelle Ver­größerung der Pfadfindergruppe OBERNDORF. Ende 2004 war die Zahl der registrierten Gruppenmit­glieder deutlich, im Vergleich zu 2003 um ca. 20%, auf 133, die Zahl der ehrenamtlichen FührerInnen/LeiterInnen auf 28 Personen in 6 Stufen angewachsen. Der akute FührerInnenmangel des Jahres 1999 konnte damit beendet werden. Über den Aufgabenbereich in der eigenen Gruppe hinaus waren und sind jetzt Oberndorfer FührerInnen/LeiterInnen sogar auf Landes- und Bundesebene in verantwortlichen Führungsfunktionen tätig. Das und die inzwischen zur Tradition gewordenen Auslandssommerlager der CaEx und RaRo in ganz Europa belegen, dass der in der zweiten Hälfte der 90ger-Jahre des 20. Jahrhunderts begonnene Öffnungsprozess der Gruppe nach außen konsequent fortgesetzt wurde und inzwischen selbstverständlich geworden ist. Besonders schön ist auch die Tatsache, dass unter den FührerInnen/LeiterInnen ein echter Freundeskreis entstanden ist, der sich über die Pfadfinderarbeit hinaus verbunden fühlt. Außerdem wurden im Frühjahr auch noch die Vereinsstatuten dem neuen Vereinsrecht angepasst.

Im Jahr 2005 standen einerseits die Festigung des neuen, hohen und anspruchsvollen Niveaus, andererseits die weitere Verbesserung der Kommunikation innerhalb der Gruppe durch gemeinsame GR/AR-Sitzungen und Aktivitäten, wie z.B. die Winternachtwanderungen, im Mittelpunkt. „Und longsom wochs ´ma zsom“, das Motto der 80-Jahr-Feier, war und ist das Ziel, zu dem alle ihren Beitrag leisten müssen. Für die Biber wurde in einer zusätzlichen Erweiterung des Heimangebotes die alte Grillhütte zum gemütlichen „Biberbau“ umgestaltet.

Mit Jahresbeginn 2006 wurde eine Neuwahl der Vereinsleitung notwendig, da Gerda Baumgartner nach drei Funktionsperioden aus persönlichen Gründen für das Amt der ARV nicht mehr kandidieren konnte. Als Nachfolger wurden Wolfgang Mittasch zum ARVorsitzenden und Paula Brunner zur ARVStv. gewählt.
Unter ihrer Führung und im Zusammenspiel mit der Gruppenleitung wachsen GR und AR immer weiter zusammen, was man in vielen Zeichen und Gesten spürt. So veranstaltete die gesamte Gruppe für GF Bernard Stockinger ein Überraschungsfest mit Kanufahrt auf der Salzach anlässlich seiner 10-jährigen GF-Tätigkeit. Außerdem wurde für ihn von den WiWö und GuSp in Anlehnung an den “Eagle-Scout”, dem höchsten Leiterrang der Boy-Scouts of America, ein eigener Ausbildungskurs zum „Igel-Scout“ organisiert und im Zuge der gemeinsamen Winterwanderung legten AR-Mitglieder (Paula Brunner, Andrea Holzer und Ewald Seemayer) ihr PfadfinderInnenversprechen ab bzw. erneuerten dieses (Paul Schaufler, Wolfgang Stürzer), um ihre Verbundenheit zu den Pfadfindern und Pfadfinderinnen auszudrücken. Auch ein Generationenwechsel und die Neustrukturierung bei Weihnachtsmarkt, Anglöckeln und Sternsingern gelangen.

Das Pfadfinderjahr 2007 war natürlich von den 100-Jahre-Pfadfinder – Feierlichkeiten geprägt, die sich über das ganze Jahr hinzogen, wie z.B. das große Festwochenende auf dem Residenzplatz in SALZBURG und die Gestaltung des feierlichen Hochamtes in MÜLLN für den gesamten Landesverband. Dass es gelungen ist, neben den Anforderungen des regulären Vereinsjahres die Erwartungen von Landesverband und Gruppe zu erfüllen, zeigt, dass sich die Gruppe Oberndorf inzwischen im Kreis der „großen vier“ im LV-Salzburg etabliert hat. 2007 wird aus organisatorischen Gründen außerdem der sogenannte „kleine“ Gruppenrat, bestehend aus den 2 Gruppenleitern (GL) und den 10 stufenverantwortlichen LeiterInnen, geschaffen. Im Zuge der Winterwanderung 2007 legten weitere AR-Mitglieder das Versprechen (Karin Kastberger, Erni Prassnigger, Herbert Bauchinger, Kurat Klaus Erber) ab bzw. erneuerten (Verena Antlinger) dieses. Die Einführung der Biber-Stufe erweist sich rückblickend als voller Erfolg, Anglöckeln und Sternsingen können wieder als echte Gruppenaktivitäten bezeichnet werden. Der außerordentlich erfolgreiche Weg, auf dem sich die PFO befinden, wird auch dadurch offensichtlich, dass mit 143 Mitgliedern ein neuer Höchststand erreicht und daher der Ausbau des Pfadfinderheimes notwendig wird. Die konkreten Planungen dazu beginnen im Sommer 2007.

2008 war von den Aktivitäten rund um den Um-bzw. Neubau des Pfadfinderheimes (Phase 1: winterfest und dicht) geprägt, der am 2. Mai begann. Es sind Kosten von € 210.000,- geplant, die zu je 1/3 vom Land SALZBURG, der Stadtgemeinde OBERNDORF und den PFO finanziert werden. Der regelmäßige Heimstundenbetrieb des Ausbildungsjahres 2008/09 konnte wegen der Baustelle (Sicherheit!) erst mit den Feierlichkeiten zu Allerheiligen am 8.11. aufgenommen werden. Das und die erschwerten Bedingungen durch die Baumaßnahmen stellen an die Stufenteams, aber auch an die GL und den AR besondere Anforderungen, die einerseits an die Grenze der Belastbarkeit führten (ca. 4.000 freiwillige Arbeitsstunden), aber auch sehr zusammenschweißen und die Tragfähigkeit der Gruppe beweisen.

Das Pfadfinderjahr 2009 stand weiterhin im Zeichen der Bauarbeiten an unserem Pfadfinderheim (Phase 2: Trockenausbau). Erschwerend kam hinzu, dass völlig überraschend eine Generalsanierung (Holzriegelaufbau, Bodenplatte) des einsturzgefährdeten Altbestandes notwendig wurde, die sowohl die finanziellen (ca. € 30.000,- Mehrkosten), als auch zeitlichen Ressourcen enorm belastete. So ist der erhoffte Eröffnungsbeginn mit Beginn des Arbeitsjahrs 2009/10 nicht zu halten und muss um 1 Jahr auf Herbst 2010 verschoben werden. Dennoch wird die Vorfreude auf die neuen Räumlichkeiten unter den Gruppenmitgliedern deutlich spürbar immer größer und auch die Biber werden ihren „Bau“ im neuen Heim unter einem gemeinsamen Dach erhalten, da der alte Biberbau als Materiallager für das Großmaterial der Stufen vorgesehen ist. Inzwischen ist die Zahl der Arbeitsstunden der BauhelferInnen schon auf weit über unglaubliche 6.000 gestiegen. Ab April wird GL Bernard Stockinger darüber hinaus zur Unterstützung der Landesleitung zum Landesbeauftragten für Gruppenleiter, ab Oktober zum stellvertretenden Landesleiter der Salzburger Pfadfinder und Pfadfinderinnen bestellt.

2010 wird ebenso, wie als Erinnerungsjahr an 100 Jahre Pfadfinder in Österreich, als das Jahr der Fertigstellung des größten Bauprojektes der PFO in die Chronik eingehen. Nach 2½ Jahren Bauzeit konnte das neue Pfadfinderheim unter Einhaltung des Finanzierungsplanes am 16.10. in einem beeindruckenden Festakt im Beisein vieler Ehrengäste, wie z.B. des Landtagsabgeordneten Dr. Josef Schöchl in Vertretung von Landesrätin Doraja Eberle, des Bürgermeisters von OBERNDORF, Peter Schröder, sowie seiner Amtskollegen Fritz Amerhauser aus ST. GEORGEN, Johann Ganisl aus NUSSDORF, Werner Fritz aus GÖMING und Valentin David aus ST. PANTHALEON und von „drent“ der Salzach des ersten Bürgermeisters von LAUFEN, Hans Feil, des Präsidenten der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs, Peter Reimann, des Präsidenten der Salzburger Pfadfinder und Pfadfinderinnen, Hans-Georg Keplinger, zusammen mit dem fast vollzähligen Präsidium und des Landesleiters Manfred Auerbach und seiner Stellvertreterin, Brigitte Erda, eröffnet, von Dechant, Kurat Mag. Nikolaus Erber eingeweiht und den Kindern und Jugendlichen übergeben werden. Gleichzeitig wurde nach 6 Jahren der Pachtvertrag für das Haus Haggenstraße 1 beendet und das Haus zur vollen Zufriedenheit der Besitzer zurückgegeben. Inzwischen fast 160 Mitglieder rechtfertigen den großen finanziellen Einsatz und die fast 8.000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden und lassen in eine optimistische Zukunft der Pfadfindergruppe OBERNDORF schauen.

Das Vereinsjahr 2011 bringt nach 5 Jahren wieder eine Änderung in der Funktion des ARVorsitzenden, da Wolfgang Mittasch nicht mehr kandidierte, aber als AR-Mitglied dem Verein weiter zur Verfügung steht. Als Nachfolger wurde Hinterholzer Hans als ARV gewonnen und zusammen mit Paula Brunner als ARVStv. gewählt. Damit schließt sich der Kreis, denn Hans hatte diese Funktion schon einmal in den Jahren 1995-2000. Noch offene Abschlussarbeiten am Heim und die pädagogische Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen standen in diesem Jahr im Mittelpunkt. Im September wird auch die Gruppenleitung einstimmig in ihrem Amt bestätigt und für weitere drei Jahre gewählt. Veronika und Bernard kündigen aber an, dass das ihre letzte Funktionsperiode als Gruppenleiter sein wird. Nach 12 bzw. 18 Jahren GL wird der für 2014 geplante Generationenwechsel in der pädagogischen Leitung für die Weiterentwicklung der Gruppe sehr wichtig werden.
Ein Höhepunkt des Jahres war die große Herbstübung der FFO, bei der erstmals ein Brand in unserem Heim simuliert und die richtigen Verhaltensweisen im Zusammenspiel zwischen Einsatzkräften, AR, LeiterInnen und Jugendlichen erfolgreich geübt wurden. Das neue Heim bewährt sich sehr und bietet die erwartete Beheimatung für die große Zahl der Mitglieder.

Das Vereinsjahr 2012 startet im Jänner mit einer echten „Outdoor-Veranstaltung“, der AR/GR-Nachtwanderung über den Haunsberg, die wirklich alles zu bieten hatte, was ein PfadfinderInnenherz begeistert: Gemeinschaft, Aktivität in der Natur, Regen, Schneesturm, eine super Verpflegung und dann das gemütliche Zusammensitzen im großen Gemeinschaftsraum des Heimes. Und dieser gelungene Start findet seine Fortsetzung über das ganze Jahr hin: im Februar ein Weidenflechtkurs, im März Pfadfinderbesuch aus Australien, Georgswochenende im April, Sonnwend an der Salzach im Juni, ein rauschendes LV-Herbstfest mit vielen Auszeichnungen für Mitglieder aus GR und AR im September, im Oktober AR/GR-Wanderung auf den Schlenken und die Teilnahme am Betriebe- und Vereineturnier des Eisschützenclubs Oberndorf, im November das Allerheiligenlagerfeuer und zuletzt als Jahresabschluss der Weihnachtsmarkt, das Anglöckeln, die grenzüberschreitende Friedenslichtübergabe an die Laufener PfadfinderInnen auf dem Europasteg und das Sternsingen in der Schöffleuttradition im Dezember. Dazu kommen noch die vielen Heimstunden, Lager in Langenlois(NÖ), Techuana(K), Venedig und Bransgore(Südengland), Wochenendaktivitäten, Ausrückungen zu Fronleichnam und Erntedank und Events eines unfallfreien und erfolgreichen Pfadfinderjahres.

Das Vereinsjahr 2013 und die erste Hälfte des Vereinsjahres 2014 sind im Wesentlichen durch die Vorbereitung auf die vielfältigen Großereignisse ab Mitte 2014 gekennzeichnet. Ab Beginn 2014 übernimmt nach ihrer Wahl in der JHV Paula Brunner die Funktion der ARV, da Hans Hinterholzer nach drei Jahren nicht mehr kandidiert, GL(m) Bernard Stockinger wird zum ARVStv. gewählt. Mit dem Festausschuss unter ihrer Leitung wird anlässlich der 90-Jahr-Gründungsfeier der Gruppe Oberndorf ein Gruppenlager vom 12. – 14.9.2014 auf dem Lipplgut/Pfaffing/OÖ geplant und vorbereitet. Gleichzeitig sind aber auch viele LeiterInnen und AR-Mitglieder der PFO als Programmverantwortliche, MitarbeiterInnen in verschiedenen Bereichen, AtelierleiterInnen und als StufenleiterInnen bei der Vorbereitung und Umsetzung des Salzburger Landeslagers „Wurzl 14“ vom 3. – 13.8.2014 in Bad Hofgastein engagiert, Bernard Stockinger als LandesleiterStv. in der Lagerleitung. Das gesamte Kontingent der PFO umfasst teilweise fast 60 Personen. Beide Lager können trotz teilweise widrigster Wetterumstände mit Fug und Recht als pfadfinderische Höhepunkte ganz besonderer Art bezeichnet werden, geprägt vor allem durch eine mitreißende und ansteckende Stimmung zwischen den TeilnehmerInnen. Der dritte Höhepunkt des Jahres ist die äußerst gelungene und homogene Übergabe der Gruppenleitung am 13.9.2014 von GL(w) Veronika und GL(m) Bernard Stockinger nach 12 bzw. 18 Jahren in dieser Funktion auf GL(w) Sabine Kletzl und GL(m) Roman Hock. Veronika und Bernard werden durch die Verleihung des neu kreierten Ehrenmedaillons bzw. des Ehrenringes der PFO zu Ehrenpfadfindern der Gruppe Oberndorf ernannt. Beide bleiben im AR und somit den PFO weiterhin eng verbunden. Sabine und Roman nehmen ihre neue Aufgabe in erfrischender, kompetenter und professioneller Weise im letzten Jahresdrittel wahr. Aber das Jahr hält noch zwei weitere Überraschungen bereit: am 12.11.2014 würdigt das Land Salzburg auf Antrag der SPP die jahrzehntelangen pfadfinderischen und ehrenamtlichen Verdienste von ARVStv. Bernard Stockinger mit der Verleihung des „Großen Verdienstzeichens des Landes Salzburg“ durch den Salzburger Landeshauptmann, Dr. Wilfried Haslauer, am 10.12.2014 auf Antrag der PFO/SPP der Bundesverband mit der Verleihung des höchsten Ehrenabzeichens der PPÖ, des „Silbernen Steinbockes“, durch den Präsidenten der SPP, Hans-Georg Keplinger, in Vertretung des Bundesverbandes der PPÖ. Nach dem Gründer Hermann Rasp ist er erst der zweite Oberndorfer, dem diese Auszeichnung zuteilwird und das motiviert für die neuen Aufgaben im AR, die schon auf ihn warten.

          Bernard Stockinger                                                                                     Veronika und Bernard Stockinger

IMG_5266IMG_5274Ab 24. 1.2015 übernimmt ARVStv. Bernard Stockinger, wie schon im Vorfeld vereinbart, nach seiner Wahl in der JHV die Funktion des ARV, zur ARVStv. wird Paula Brunner gewählt. Das Jahr 2015 bringt Zeit für die Einarbeitung der neuen Führungsteams an der Vereinsspitze (AR und GL). Es zeigt sich, dass die Übergabe dieser wichtigen Funktionen ausgezeichnet funktioniert hat und die Vereinsarbeit ohne einen Bruch weitergeführt wird. Im Frühjahr 2015 gelingt es einem Team unter Leitung des ARV nach jahrelanger Recherche und Beweismittelfindung bei der Vereinsbehörde der BH Salzburg-Umgebung die offizielle Anerkennung des 6.10.1924 als vereinsrechtliches Gründungsdatum der Pfadfindergruppe „Edelweißhorst“ Oberndorf zu erreichen. Die PFO sind somit die älteste, existierende Pfadfindergruppe der Bundeslandes Salzburg, die ihre Jugendarbeit unter Hermann Rasp allerdings nachweislich bereits am 2.1.1924 aufgenommen hat. Auch die exakte Entstehung des Gruppennamens ist jetzt klar.

Hermann Rasp berichtet: „ In Oberndorf bestand bis zum 31. Dezember 1923 ein „Jugendhort“. – besser gesagt: ein „Knabenhort“, denn „Jugendhort“ für Knaben und Mädchen war er schon seit dem Frühjahr 1922 nicht mehr. Im Jahre 1923 hatte ich es nun unternommen, die Buben für das Wandern, seine Schönheiten und seine Freuden zu begeistern. Wir bildeten eine Wandergruppe im Hort. Ein Geschenk der ehemaligen Hortinspektorin für Salzburg Frl. Marie Höfler machte es möglich, zehn Jungen mit gleichen Hosen und Hemden zu bekleiden. Wir hatten eine „Wanderkleidung“. Frau Kletzl von Oberndorf spendete drei Hüte für die „Fahnenjunker“ und am 24. Juni 1923 konnte sich die Wandergruppe „Weiße Elf“ in ihrer „Tracht“ anlässlich der Denkmalenthüllung zum ersten Mal zeigen. Einen Wimpel in Weiß, die eine Seite auf weiß-roter Raute ein „W 11“, auf der anderen Seite auf grüner Raute ein Edelweiß, die Sehnsucht der Älpler. Die Wimpelspitze krönte ein silberner Fußball, eine Spende Herrn Georg Kirchers, Goldschmied in Laufen.

Hierauf meldete ich meine Jungen mit dem Jahre 1924 als „Edelweiß-Horst“ der Pfadfindergruppe in Wien an.  Also der 2. Jänner führte uns heuer das erste Mal zusammen. Ich erzählte ihnen von Wölflingen, ihren Sitten und Gebräuchen aber auch von ihren Pflichten – alle waren sie begeistert davon, freilich unser „Heim“ blieb nach wie vor mein Schulzimmer. Ich konnte 19 Wölflinge zählen, es war also fast dieselbe Zahl, wie ich sie früher im „Hort“ hatte. – Wir nannten unsere Gruppe „Edelweiß-Horst“ – die Bezeichnung „Horst“ hatte ich in Salzburg gelesen und sie gefiel mir besser als „Gruppe“ – das „Edelweiß“ war schon im Vorjahre unser Führer in der Bergwelt, es sollte uns auch den richtigen Pfad ins „Pfadfinderleben“ führen.

AufgabeErfuellt

Zwei ganz besondere Pfadfinder unserer Gruppe haben in diesem Jahr ihre „Lebensaufgabe erfüllt und sind nach Hause gegangen“: Nachbar Haggenstraße 2, Altpfadfinder Josef Schober, geb. 11.02.1931, verst. 20.03.2015, Versprechen: 01.11.1947 und Alt-und Ehrenpfadfinder Ludwig „Lucki“ Kunesch, geb. 13.06.1940, verst. 01.06.2015, Versprechen: 01.02.1953. Beide hinterlassen eine große Lücke und wir werden ihnen ein ehrenvolles Andenken bewahren.

Der außerordentliche große Flüchtlingsstrom des Jahres 2015 hat auch uns betroffen gemacht. Der Landesverband der Salzburger Pfadfinder und Pfadfinderinnen rief eine Flüchtlingskinderbetreuung „Children’s Area“ ins Leben. Diese fand zuerst in der Tiefgarage am Bahnhof, dann im ASFINAG-Gelände in Liefering statt. Aus der Gruppe Oberndorf halfen CAEX, RARO, Leiterinnen und Leiter, Vertreter aus dem AR und Eltern in insgesamt ca. 200 Betreuungsstunden mit, die vielfach traumatisierten Flüchtlinge zu betreuen.

2016 hielt als ersten Höhepunkt die gemeinsame SPP-Landesaktion „Wurzerl‘16“ aller Stufen vom 2.-3.4. am Zellhof/Grabensee bereit. Dieses außerordentlich gelungene Wochenende wurde auch durch einige AR-Mitglieder unserer Gruppe kräftig unterstützt. Ab April beschäftigte die ganze Gruppe das Projekt „Lehmofen“, der unter der Organisationsleitung von Wolfgang Mittasch mit kräftiger Unterstützung von Richard Pfeifenberger und Georg Engetsberger unter Einbindung aller Stufen heranwuchs und bereits funktionsfähig ist. Im kommenden Jahr ist mit der Errichtung des endgültigen Daches der Abschluss geplant. Das GR/AR-Dankeswochenende von 24. auf 25. Sept 2016 führte uns in diesem Jahr nach Igls in Tirol. Bei Kaiserwetter bestiegen wir den Patscherkofel und wurden mit einer traumhaften Aussicht auf Innsbruck und die Nordkette belohnt. Durch die abendliche Stärkung mit Kasnocken und Haggis konnten wir die für den folgenden Tag geplante Stadtführung gut bewältigen.

Leider brachte das ausgehende Jahr auch noch eine sehr unangenehme Überraschung: der seit 1987 von uns mitgetragene Weihnachtsmarkt im Stadtpark von Oberndorf wird von der ARGE nicht mehr veranstaltet. Damit fällt eine ganz erhebliche Einnahmequelle für unsere Gruppe weg, für die unbedingt ein adäquater Ersatz gefunden werden muss.

In all den Jahren, seit Hermann Rasp, wurde die Brauchtumspflege des “Anglöckelns” und des “Sternsingens” weiter im Sinne des Gründers verfolgt.

Die finanzielle Situation der Gruppe konnte neben den freiwilligen Spenden und dem Sternsingen durch folgende Gemeindeveranstaltung verbessert werden. 1987 wurde der Weihnachtsmarkt erstmalig in OBERNDORF abgehalten, und die Pfadfindergruppe durfte sich mit einer Verkaufshütte mitbeteiligen. Diese, nun alljährlich stattfindende, Veranstaltung sichert einen großen Teil der über das Vereinsjahr entstehenden Kosten und ermöglichte mehrere schöne Lagererlebnisse in KÄRNTEN, in der STEIERMARK, in FRANKREICH und sogar auf den Orkney Inseln in SCHOTTLAND. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass einem weiteren Grundsatz von Hermann Rasp durch die gute finanzielle Lage, die nicht zuletzt durch die hervorragende Arbeit der Gruppenleitung und des Aufsichtsrates geschaffen wurde, immer noch Rechnung getragen werden kann: “Kein Oberndorfer Pfadfinder soll aus finanziellen Schwierigkeiten an einem Lager nicht teilnehmen können!” So konnten die CaEx und RaRo beispielsweise das letzte Niederösterreichische Landeslager “4ranaund” zu den üblichen Sommerlagerpreisen erleben..

Als Neuerung gegenüber dem Stil von Hermann Rasp kann man auch die Öffnung der Gruppe im Kontakt gegenüber den anderen Pfadfindergruppen des Landes Salzburg und internationalen Gruppen wie Pfadfindern aus DEUTSCHLAND, ITALIEN, GROSSBRITANNIEN und FRANKREICH nennen. Auch hier wird in Zukunft ein breites Betätigungsfeld für die neue Gruppenleitung sein.

Grundsätzlich hat sich der Aufsichtsrat wie die Gruppenleitung als Ziel für die Zukunft Ihrer Arbeit den Abbau von Aggressivität und Materialismus bei den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen gesetzt.

Die Pfadfinder sollen zu aktivem und selbständigem Handeln im Sinne der christlichen Nächstenliebe und des Allgemeinwohls erzogen werden. Kritisches Denken und eine eigene Meinung sind gefragt. Die jungen Menschen sollen die Voraussetzung erlangen, bewusst Verantwortung für sich und andere zu tragen. So schließt sich der logische Kreis zu den Anfängen und zum Gründer mit den Losungen:
“Allzeit bereit !”; “Jeden Tag eine gute Tat !” und ” Das Werk dem Wort voran !”